Kambodscha & Vietnam
Hanoi und Rückreise
Donnerstag, 12. - 15. Oktober 2023
Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir in der Hauptstadt von Vietnam. Die Metropole Hanoi mit seinen acht Millionen Einwohnern tickt wie der dichte Verkehr in ihr. Sie will vorwärts – aber in alle Richtungen gleichzeitig.
Die ersten Stunden nimmt einem das Treiben ganz schön her. Erst recht, wenn man aus dem ruhigen Ha Giang anreist. Von buddhistischer Gelassenheit und Bescheidenheit ist hier keine Spur. Anhalten, zurückblicken, warten oder sich hinten anstellen will hier niemand. Auf den Trottoirs ist kaum Platz zum gehen, sie sind zugestellt mit geparkten Mopeds, improvisierten Strassenküchen, mobilen Teestuben und Frucht- und Gemüseauslagen.
Vor den Garküchen wird noch ein Tischchen hingestellt und noch eins, und die Motorroller werden meterhoch beladen, mit Kühlschränken, Keramik, Eierkartons, Blumen oder Schweinehälften, mit dem hartnäckigen, entschlossenen Optimismus der Bewohner Hanois.
Wir waren Reisemüde und der Lärm und die Hektik kam uns nicht wirklich entgegen. Am Morgen schliefen wir jeweils immer lange aus und konzentrieren uns im weiteren Tagesverlauf auf eine Aktivität ohne fixes Programm.
So besuchten wir den Literatur Tempel, fuhren mit den Fahrradtaxis im dichten Verkehr durch die Strassen und tauchten in das rege Treiben der Altstadt ein.
Am liebsten gingen wir Banh Mi (frisch zubereitete Baguette-Sandwiches) essen in unserem Lieblingslokal, aber wir waren auch weiterhin mutig und assen alle typischen Gerichte; vom Bambussalat, Fischsuppe bis zu Hühnerfüssen.
Dazwischen konnten wir es aber nicht lassen und besuchten auch ein italienisches Restaurant, um unsere Mägen mit Pizzas aus dem Ofen zu verwöhnen. Zur grossen Freude von Luca, unserem Italien-Gourmet.
Der Zutritt in das Ho Chi Minh-Mausoleum wurde Emilia aufgrund ihrer zu freizügigen Kleidung trotz Stofftuch verwehrt. So liessen wir es alle sein. Dafür hatten wir einen tollen Besuch im Wasserpuppentheater, eine Darbietung, die es nur in Vietnam gibt.
Die Ursprünge des Theaters sind unklar, aber wahrscheinlich war es schon im 11. Jahrhundert ein fester Bestandteil im kulturellen Leben des Landes. Diese Kunstform wurde streng geheim gehalten und nur innerhalb einer Familie von den Alten an die Jungen weitergegeben. In den 1980er Jahren war sie fast ausgestorben, als eine französische Organisation mit neuen Puppen und einer neuen Bühne diese Tradition wieder zum Leben erweckte.
Nach dem vielen Schlendern durch die Strassen und Gassen, den vielen Gerüchen, dem Gehupe auf den Strassen, dem Wirrwarr der unterschiedlichen Menschen und dem für uns immer noch teilweise fremden Leben, war es langsam Zeit, um Abschied zu nehmen. Wir waren nunmehr seit einem Monat auf Reisen und voller Eindrücke und Erlebnisse, die wir zu verarbeiten hatten.
Ein jeder von uns freute sich wieder auf zu Hause, wenn auch nicht auf die bevorstehende lange Fliegerei. Doch diese war von kurzer Dauer, verglichen mit der Zeit, die wir in Kambodscha und Vietnam unterwegs sein durften. Bestimmt werden wir dieses Reiseabenteuer noch ganz lange in Erinnerung behalten und dem asiatischen Kontinent wieder einmal einen Besuch abstatten.