Kambodscha & Vietnam

Kambodscha

Siem Reap, Tonle-Sap, Angkor Wat, Kulen Elephant Forest Camp, Phnom Penh

Unsere Route in Kambodscha
Unsere Route in Kambodscha

Sonntag, 17. September 2023

Hallo Kambodscha! Feuchtheisse Luft berührte unsere Haut, als wir aus dem Flughafengebäude traten. Eine Wohltat nach der langen Gefangenschaft in klimatisierten Räumen. Wir steigen in ein Tuk-Tuk und starten zur Fahrt ins Stadtzentrum von Siem Reap, wo wir uns im Hotel Cambana Residence für die nächsten Tage ein grosses Zimmer reserviert hatten.

Unsere erste Fahrt mit einem kambodschanischen Motorrad-Tuk-Tuk
Unsere erste Fahrt mit einem kambodschanischen Motorrad-Tuk-Tuk

Nach einer Erfrischung im sehr originellen, wunderschön eingerichteten Hotelpool und einem Mittagslunch, setzten wir uns abermals in ein Tuk-Tuk, um den Tonle-Sap-See zu besuchen. Mit dieser Aktion wollten wir dem Jetlag entgegenwirken und mit einem spannenden Programm unsere Müdigkeit vertreiben.

Die einstündige Fahrt dorthin war für uns frischgebackene Tuk-Tuk Passagiere abenteuerlich. In den nächsten Wochen würde das Gefährt jedoch eines unserer Standard-Fortbewegungsmittel werden. Den Preis für ein Boot mussten wir erst von 80 auf 65 Dollar runterhandeln, klappte dann aber problemlos. Zwar war es immer noch ein hoher Preis, doch wir wollten unbedingt mindestens eines der schwimmenden Dörfer auf dem Tonle-Sap-See erkunden.

Unser Ziel war Kampong Phluk, was so viel heisst wie „Hafen der Stosszähne“. Um dahin zu gelangen, fuhren wir erst den Fluss Tahas hinunter und tuckerten anschliessend um die Siedlung mit den vielen hölzernen Stelzenhäusern.

Der Tonle-Sap-See ist der grösste See Südostasiens und eines der fischreichsten Binnengewässer der Erde. Die enorme Menge an Fischen im Tonle Sap ist ein Resultat des Naturphänomens in der Regenzeit: Der Tonle Sap schwillt dann nicht nur von der Fläche und vom Wasserpegel her beachtlich an, der Tonle Sap Fluss ändert durch die ankommenden Wassermassen vom Mekong sogar die Fliessrichtung. Dieser Prozess ist Teil des sehr empfindlichen Ökosystems in der Region und ist auch für die einheimischen Tiere von grosser Bedeutung, da so ihr wertvoller Lebensraum erhalten bleibt.

Auf dem Fluss Tahas in Richtung Tonle-Sap-See.
Auf dem Fluss Tahas in Richtung Tonle-Sap-See.

Aufgrund des bedeckten Himmels und gelegentlichen Regenschauern, konnten wir den immer wieder in anderen Reiseberichten erwähnten spektakulären Sonnenuntergang leider nicht mitverfolgen. Doch für heute hatten wir auch genügend Erlebnisse gesammelt, ergänzend mit der abenteuerlichen Rückfahrt im Dunkeln mit dem Tuk-Tuk zum Hotel.

Luca war nach diesem Tag so müde, dass er beim Abendessen am Tisch einschlief. Auch der Rest der Familie verfiel wenig später, trotz den noch immer ungewohnten hohen Temperaturen, der Müdigkeit.

Weitere Fotos der Anreise und vom Sonntag, 17. September 2023

Montag, 18. September 2023

Heute war der grosse Tempel-Besichtigungstag von Angkor Wat. Unser Reiseführer von «Reise Know-How», aus welchem einige Texte in diesem Artikel wiedergegeben werden, beschreibt es in der Überschrift treffend: «Angkor, der Traum aus Stein».

Auf der grossen Steinbrücke zum Eingang von Angkor Thom
Auf der grossen Steinbrücke zum Eingang von Angkor Thom

Die Geschichte der weitläufigen Tempelruinen im Nordwesten Kambodschas ist so dramatisch wie die Tempellandschaft selbst, die heute Millionen Besucher anzieht. Vom 10. bis 15. Jahrhundert war Angkor das mächtigste Reich Südostasiens. Nachdem dessen letzte grosse Hauptstadt, Angkor Thom, im Jahr 1431 von den Siamesen zerstört worden war, verfiel die Macht der Khmer, der Erbauer Angkors und Bewohner des heutigen Kambodschas. Tausende Steinbauten wurden vom Dschungel verschlungen und fast völlig vergessen.

Seitdem die Tempel in der zweiten Hälfte des 19. Jh. von europäischen Abenteurern „wiederentdeckt" und von den französischen Kolonialherren als Kulturerbe und Ausdruck der eigenen Staatsmacht beansprucht wurden, ist Angkor eine Touristenattraktion. Zwar führten die Revolution der Roten Khmer und der lange Bürgerkrieg von 1972 bis in die späten 1990er-Jahre dazu, dass die Tempel erneut unerreichbar waren, doch ist Angkor inzwischen eines der grössten religiösen Bauwerke und einer der meistbesuchten Ruinenkomplexe der Welt und kann sich ohne Weiteres mit den Pyramiden in Ägypten und Machu Picchu in Peru messen. Angkor Wat gehört allerdings nicht zu den «Neuen Sieben Weltwundern, welche 2007 gewählt wurden, da die öffentliche Internetabstimmung eher bekanntere Orte bevorzugte.

Unser Führer und Tuk-Tuk Fahrer für die nächsten zwei Tage war Bunthun. Er wurde uns durch Bekannte, welche bereits mit ihm unterwegs waren, empfohlen. So standen wir schon vor der Abreise mit ihm via WhatsApp im Kontakt.

Bunthun holte uns um 08:30 Uhr mit seinen Tuk-Tuk ab und wir fuhren gemeinsam zum Visitor Center des Angkor Archaeological Parks, wo wir die Eintrittstickets für die nächsten Tage kaufen konnten. Dann ging es los, in den Traum aus Stein.

Als erstes besuchten wir Angkor Thom. Die grosse Hauptstadt erreichten wir über eine steinerne Brücke, wo auf der einen Seite böse, grimmig schauende Dämonenköpfe lauerten und auf der anderen Seite stramme Krieger, Geleerte oder Götter. So nehme ich an. Ich will nichts Falsches schreiben, ich interpretiere es so. Auf jeden Fall spielt es keine so grosse Rolle, die Skulpturen waren einfach hinreissend.

Spätestens als wir das Tor durchquerten - welches so hoch gebaut wurde, damit man auf Elefanten hindurchreiten konnte - befand man sich in einer anderen Welt. Darin besuchten wir den Bayon-, Baphuon- und Phimeanakas-Tempel, ehe wir über die grosse Elefantenterrasse wieder aus der Anlage heraustraten.


Nach der Besichtigung des Ta-Prohm-Tempels, berühmt für die überwucherten Baumwurzeln und als Kulisse aus dem Film «Tomb Raider», war Mittagspause angesagt, welche wir draussen ohne störende Klimaanlage in einem leckeren Restaurant verbrachten und einheimisches Essen wie bspw. den Amok-Fisch geniessen konnten.

Danach ging es auf nach Angkor Wat. Der Name, der in der Khmer-Sprache „Tempelstadt“ bedeutet, bezieht sich auf die Tatsache, dass sie von Kaiser Suryavarman II., der die Region von 1113 bis 1150 regierte, als Staatstempel und politisches Zentrum seines Reiches erbaut wurde. Ursprünglich dem hinduistischen Gott Vishnu geweiht, wurde Angkor Wat Ende des 12. Jahrhunderts zu einem buddhistischen Tempel. Angkor Wat erstreckt sich über mehr als 400 Hektar und gilt als das grösste religiöse Denkmal der Welt.

Es war für uns erstaunlich, wie wenig Leute in den Tempelanlagen unterwegs waren. Teilweise konnten wir uns alleine in den grossen Steingärten und Tempeln aufhalten. Es war die Ruhe pur und sehr spirituell.

Bevor uns Bunthun am Abend zurück in ein Restaurant fuhr, besuchten wir noch die Pub-Street im Zentrum von Siem Reap und liessen uns im Aquarium eines Fish Spa die müden Füsse wieder beleben. Es brauchte einen Moment, bis sich das Knabbern der Fische von einem Kitzeln in eine angenehme Stimulierung änderte. Beim Besuch des Fish Spa war auch ein Getränk inklusive, dadurch gestaltete sich der Aufenthalt noch gemütlicher.

Angkor Wat – Herzstück der Khmer-Architektur
Angkor Wat – Herzstück der Khmer-Architektur

Vom vielen Knabbern, vor allem aber nach dem anstrengenden Tag, wollten auch wir etwas zum Knabbern haben. Bunthun fuhr uns in ein Restaurant in Hotelnähe, so konnten wir danach selbst nach Hause schlendern.

Weitere Fotos vom Montag, 18. September 2023

Dienstag, 19. September 2023

Angkor Wat hinterliess enorme Eindrücke. Hätten wir die Tempelstädte nicht mit eigenen Augen gesehen, wären wir nicht in den kulturellen Gebäuden unterwegs gewesen und hätten wir nicht die spirituelle, ja fast magische Energie der Orte gespürt, so wäre es ein perfekter Traum gewesen, welchen ich in die Filmkategorie von Indiana Jones verordnet hätte.

Noch beim Frühstück dachte ich darüber nach und fragte mich, ob dieses Erlebnis auf unserer Reise überhaupt noch übertrumpft werden könnte? Lange Zeit zum Sinnieren hatte ich nicht. Wenig später traf bereits Bunthun mit seinem Tuk-Tuk ein. Der beladene Wasservorrat verriet, dass es ein langer Tag werden würde.

Banteay-Srei-Tempel
Banteay-Srei-Tempel

Wir verliessen Siem Reap in nördliche Richtung auf der Strasse, welche zum Phnum Kulen National Park führt. Das primäre Ziel war der Banteay-Srei-Tempel, welcher sich etwa 23 Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums befindet.

Banteay Srei hat (zumindest für mich) keine Ähnlichkeit mit den Anlagen in Angkor Wat, obwohl der kleine Tempel zur Angkor-Ära gehört. Erbaut wurde Banteay Srei bereits im 10. Jahrhundert und zwar während der Regentschaft von Rajendravarman II, der von 944 bis 968 die Herrschaft innehatte. 

Die hinteren Anlagen des Banteay-Srei-Tempels
Die hinteren Anlagen des Banteay-Srei-Tempels

Die Einweihung von Banteay Srei erfolgte schliesslich im Jahr 967. Der Banteay Srei wurde zu Ehren von Shiva erbaut, einem der wichtigsten Götter im Hinduismus. Ursprünglich hatte der Banteay Srei einen anderen Namen, der sich auf die Manifestation von Shiva in der hinduistischen Welt bezog, doch heute ist der Name Banteay Srei gebräuchlich.

Dieser Name kann zum einen mit „Zitadelle der Schönheit“ übersetzt werden, eine andere Übersetzung ist „Zitadelle der Frauen“. Im Laufe der Jahrhunderte verfiel Banteay Srei immer weiter, bis die erst 1914 wiederentdeckte Tempelanlage ab dem Jahr 1931 restauriert wurde. Heute wird die wunderschöne Zitadelle mit finanziellen Mitteln aus der Schweiz restauriert, darüber hinaus wurde der Banteay Srei zum UNESCO Welterbe erklärt.

Felsreliefs und Lingas im Bach Stung Kbal Spean
Felsreliefs und Lingas im Bach Stung Kbal Spean

Weiter ging unsere Fahrt zum archäologischen Park Kbal Spean. Wir wussten nicht genau, was uns da erwartete und was Bunthun unter einer Wanderung im Wald verstand. Auch zur Aussage, dass es da ein Wasserfall gibt, wo wir baden können, konnten wir uns kein Bild machen. Die Badehosen hatten wir auf jeden Fall nicht dabei.

Doch wir waren superfroh, dass wir uns nun im sonnengeschützen Wald befanden und zur Abwechslung auf Naturpfaden auch mal aufwärtslaufen konnten.

Baden im Kbal Spean, auch bekannt als "Fluss der tausend Lingas"
Baden im Kbal Spean, auch bekannt als "Fluss der tausend Lingas"

Wir wanderten rund 45 Minuten einem abwechslungsreichen Pfad entlang. Üppige Bäume und riesige Felsbrocken mussten dabei umgangen werden. Es waren auch einige andere Wanderer unterwegs; aber zu unserem Erstaunen keine Touristen. Zumindest keine Europäer oder Amerikaner.

Schliesslich erreichten wir die archäologische Stätte Kbal Spean, auch bekannt als „Fluss der tausend Lingas“, welche sich grösstenteils im Flussbett befindet. Sie besteht aus Felsreliefs und Lingas im Bach Stung Kbal Spean, einem Zufluss des Tonle Sap. Die Bearbeitung und Ausschmückung der Felsen begann in der Mitte des 11. Jahrhunderts unter der Herrschaft des Khmer-Königs Udayadityavarman II und geriet ebenfalls lange in Vergessenheit.

Eine erfrischende Abkühlung!
Eine erfrischende Abkühlung!

Unser Fokus lag mehr auf dem Fluss als auf den Felsreliefs. Als wir wenig später den Wasserfall und darunter ein grosses Wasserbecken zum Schwimmen erreichten, zog Bunthun sein T-Shirt aus und stieg mitsamt der Hose ins Wasser. Auch andere Besucher, speziell die Frauen, setzten sich mit all ihren Kleidern ins Wasser. Anscheinend war dies hier so üblich. Nur die Männer durften Haut zeigen.

Wir genossen die Zeit unter dem Wasserfall und im kühlen Nass – wir in Unterhosen und Tanja und Emilia mit voller Kleidung. Eine solch hohe Luftfeuchtigkeit und die heissen Temperaturen waren wir nicht gewohnt. Der Ausflug zum Stung Kbal Spean war die perfekte Abwechslung.

Forget "Cook it, boil it, peel it" - Am Nachtmarkt hatten wir alles gekostet.
Forget "Cook it, boil it, peel it" - Am Nachtmarkt hatten wir alles gekostet.

Bereits nach einigen Metern Zurückwandern waren wir schon wieder am Schwitzen. Die anschliessende Heimfahrt im Tuk-Tuk mit dem lauen Fahrtwind liess so manchen von uns einnicken.  Aber auch unsere Kleider trockneten unterwegs im Luftzug und so erreichten wir unser Hotel wieder, wie wir es verlassen hatten - mit trockener und sauberer Kleidung.

Der Abend war ein Abenteuer der kulinarischen Art. Wir machten so alles, was man eigentlich nicht machen sollte. Das oberste Gebot der Reisebibel in fernen Ländern "Cook it, boil it, peel it or forget it" (koch es, brat' es, schäl' es oder vergiss es) liessen wir beiseite und probierten alles, was der Nachtmarkt hergab. 

Degustation der lokalen Speisen und Getränke
Degustation der lokalen Speisen und Getränke

Zwar hatten wir Bunthun als Übersetzer mit dabei, doch so genau verstanden wir trotzdem nicht, was wir alles an den kleinen Ständen entlang der Strasse assen. Das Probieren von Maden, Heuschrecken und weiteren Krabbeltieren durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen. Doch diese waren immerhin getrocknet und gebraten.

Weitere Fotos vom Dienstag, 19. September 2023

Mittwoch, 20. September 2023

Heute mal keine Tempel, dafür grosse Elefanten: Ein Besuch im Kulen Elephant Forest stand an.

Die Elefanten im Kulen Elephant Forest haben den grössten Teil ihres Lebens in der Tourismusbranche verbracht und geniessen ihren lang ersehnten und wohlverdienten Ruhestand. Hier im Wald des Naturreservoirs können sie sich endlich frei und unbelastet bewegen. Sie werden Beziehungen wiederentdecken, natürliche Lebensmittel, die sie seit Jahren nicht mehr gegessen haben, und die notwendige Pflege erhalten.

Zubereitung der Knödel für die Elefanten aus Bananen, Reismehl und Wasser
Zubereitung der Knödel für die Elefanten aus Bananen, Reismehl und Wasser

Die Mission der Gesellschaft ist es, den Elefanten einen glücklichen und komfortablen Ruhestand zu ermöglichen, aber auch einen unterhaltsamen, lehrreichen Ansatz zum Elefantenschutz anzubieten und so viel wie möglich zum Schutz der verbleibenden Elefanten Kambodschas beizutragen.

Unsere Exkursion starte im Headquarter der Gesellschaft im Zentrum von Siem Reap. Wir und eine Handvoll weiterer Besucher fuhren verteilt auf drei Autos in einer einstündigen Fahrt ins Naturschutzgebiet.

Foto: Alle mal lächeln :-)
Foto: Alle mal lächeln :-)

Das Camp mit einem grossen Haupthaus liegt idyllisch versteckt im grünen Wald. Wir wurden willkommen geheissen und zu einem Tee eingeladen. Nebenbei wurde uns der Programmablauf erklärt und interessante Informationen über die Anlage, die Elefanten und was wir im Umgang mit den riesigen Tieren beachten sollten, erläutert.

Im Anschluss starteten wir damit, das Essen für die Elefanten zuzubereiten. Wir schälten Bananen, brachen sie in Stücke und mischten weitere Zutaten wie Reismehl und Wasser dazu. Die Masse formten wir dann zu Knödeln. Für die grauen Riesen waren diese Kugeln vermutlich so begehrt wie für uns Pralinen aus der Konditorei.

Trampelpfad
Trampelpfad

Beladen mit Obst, Zuckerrohrstangen und den selbstgemachten Knödeln, machten wir uns auf den kurzen Weg zu den Elefanten, wo uns das korrekte Hinhalten der Nahrung gezeigt wurde. Insgesamt vier Elefanten standen breit und freuten sich sichtlich über die bevorstehende Fütterung.

Anfangs waren die vier noch wählerisch. Klar, auch ich würde Knödel dem Zuckerrohr vorziehen. Doch schliesslich war der Hunger doch grösser und alle Vorräte wurden ratzfatz verschlungen. Es war beeindruckend, so nah an den Elefanten zu sein.

Zuckerrohr - lecker!
Zuckerrohr - lecker!

Auch auf dem nachfolgenden Spaziergang, auf welchem wir die Dickhäuter begleiteten, konnten wir uns neben oder direkt hinter ihnen bewegen. Es war faszinierend, wie sie sich miteinander durch tiefe Laute verständigten oder auch mal ein lautes Trompeten klingen liessen.

Es gab immer wieder die Möglichkeit – wenn es für die Elefanten in Ordnung war – diese zu streicheln und gemeinsame Fotos zu machen. In der Nähe war selbstverständlich immer ein Mahut, ein sogenannter Elefantenführer und damit der Chef des Tieres.

Am Ende badeten die vier noch in einem grossen Tümpel, während wir in einem Unterstand von der Sonne geschützt sassen und gekühlte Getränke genossen. Mit einem leckeren Mittagessen im Camp-Haus schlossen wir den erlebnisreichen Vormittag im Kulen Nationalpark ab.

Nach der Rückkehr sprangen wir erst einmal in den Hotelpool und ruhten uns aus. Gegen Abend machten wir uns auf ins Stadtviertel, wo sich die uns bereits bekannte Pub Street befand. Nach ein wenig Herumschlendern nahmen wir auf der Terrasse des Restaurants "Mesa" platz, wo wir einen guten Überblick auf das Treiben hatten.

Die Aussicht, der Service und der Apéro waren so gut, dass wir den Tisch gleich für das Abendessen reservierten. Doch vorher gönnten wir vier uns in einem Studio noch eine Ganzkörpermassage. 35.- Dollar für eine Stunde für die ganze Familie. Das ist mal ein Angebot!

Emilia liess sich auch gleich noch die Nägel machen. Wenig später trafen wir uns dann alle wieder im Mesa zum leckeren Abendessen. Die Nacht war noch jung und die umliegenden Clubs drehten die Musik lauter. Auf ging es zum tanzen, ehe wir komplett verschwitzt spät nachts mit einem Tuk-Tuk ins Hotel zurückkehrten.

Weitere Fotos vom Mittwoch, 20. September 2023

Donnerstag, 21. September 2023

Nach dem Frühstück folgte unser langer Transfer nach Phnom Penh. Der Fahrer mit dem schicken Van wartete bereits, als wir für den Check-out hinunter zur Hotelrezeption kamen.

Die Fahrt von Siem Reap zur Landeshauptstadt Phnom Penh dauerte inklusive einer Mittagsrast lange sechs Stunden. Wir waren froh einen privaten Transfer gebucht zu haben, so konnten wir unterwegs noch ein wenig schlafen und uns von den letzten Tagen erholen. Hatten wir doch bereits einiges an neuen Eindrücken gewinnen dürfen.

Für den Aufenthalt und Tanjas anstehenden Geburtstag hatten wir ein gehobeneres Etablissement gebucht: Das Peninsula Hotel & Residences auf der Halbinsel der Stadt. Auf der einen Seite der Insel fliesst der Tonle Sap auf der anderen Seite der Mekong. Der Wolkenkratzer mit 24 Stockwerken verfügt in der obersten Etage über eine aussichtsreiche Dachterrasse mit Infinity Pool. Die Sicht auf die Stadt ist umwerfend, erst recht, wenn man sich im warmen Pool befindet. 

Am Abend machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant in der Nähe und fanden nach längerer Suche draussen unter Zelten eine „all you can eat“ Barbecue Location. Bezahlt wurde pro Person und die Getränke waren enthalten. Die Körpergrösse wurde dabei gemessen. So musste Luca nur die Hälfte des Preises bezahlen.

Im Infinity Pool des Peninsula Hotel & Residences in Phnom Penh
Im Infinity Pool des Peninsula Hotel & Residences in Phnom Penh

Auf jedem Tisch stand ein Gasgrill, wo man sich die Zutaten selbst zubereiten konnte. In der Mitte der Grillplatte befand sich ein Behälter mit Wasser, wo man Nudeln kochen konnte, und ein Gefäss mit scharfer Currysuppe, um Gemüse oder Fleisch zuzubereiten.

Für uns war es ein Erlebnis unter den exotischen Zutaten unser Essen selber herzurichten. Fisch, Tintenfisch, Calamari, Crevetten, Krebse, Muscheln sowie diverse Fleisch-Häppchen standen zur Auswahl. Das Gemüseangebot war noch grösser. Vieles kannten wir gar nicht und musste probiert werden. Oftmals erwischten wir etwas sehr Scharfes; zum Glück gab es Reis und Getränke so viel man wollte.

Barbecue auf kambodschanische Art
Barbecue auf kambodschanische Art

Als einzige Europäer fielen wir im Restaurant natürlich auf. Die Leute beobachteten und amüsierten sich über uns und wir schauten ihnen ab, wie das Essen zubereitet wird und wie man sich im Lokal verhalten sollte.

Weitere Fotos vom Donnerstag, 21. September 2023

Freitag, 22. September 2023

Tanja wird 50! Was für ein Jubiläum. Doch die Fröhlichkeit würde am Vormittag der traurigen Geschichte Kambodscha erst weichen müssen. Denn der Besuch des Toul Sleng Genozid Museums stand auf unserem Programm, welches über die Schreckensherrschaft der Roten Khmer berichtet.

1975 wurde die Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, von den Roten Khmer eingenommen. Ein grosser Teil der Bevölkerung wurde getötet und viele aufs Land geschickt, um dort Zwangsarbeit auf den Feldern zu leisten. Es folgte eine Schreckensherrschaft der Roten Khmer, bei der Millionen von Menschen ihr Leben lassen mussten.

Toul Sleng Genozid (S-21)
Toul Sleng Genozid (S-21)
 Schreckensherrschaft der Roten Khmer
Schreckensherrschaft der Roten Khmer

Die Roten Khmer errichteten einen kommunistischen Bauernstaat. Vor allem gebildete Menschen fielen ihren Säuberungsaktionen zum Opfer. Das persönliche Eigentum wurde abgeschafft, alle Zeichen der Moderne vernichtet; dazu zählten auch Krankenhäuser. Die Leute sollten politisch umerzogen werden und kamen in Lager. Die Religion wurde verboten, Frauen zwangsverheiratet.

So kam es dazu, dass die Wirtschaft schrumpfte und Lebensmittel knapp wurden. Wer nicht direkt durch die Roten Khmer zu Tode kam, starb oft an Hunger oder Mangelernährung und den Folgekrankheiten. Man spricht von mehr als drei Millionen Menschen, die in dieser Zeit ermordet wurden. Dazu zählte ein grosser Teil der gebildeten Oberschicht des Landes.

Toul Sleng (auch nur S-21 genannt), welches wir besuchten, war das geheime Zentrum eines Netzwerkes von ungefähr 200 Gefängnissen. Dort wurden Insassen von der Roten Khmer gefoltert und getötet. Die Eindrücke, welcher der Besucher erhält, sind prägend und nicht leicht zu verdauen. Trotzdem ist es wichtig, dass diese Gräueltat in die Welt getragen wird und niemals wieder vorkommt.

Traffic Jam in Phnom Penh
Traffic Jam in Phnom Penh
Abendessen im Nesat Seafood House.
Abendessen im Nesat Seafood House.

Im Gegensatz zu den schrecklichen und traurigen Erkenntnissen des Vormittags hatten wir heute nur ein kleines Problem, das wir lösen mussten. Das iPhone von Emilia startete nicht mehr. Wir suchten ein Apple Service Center auf. Die konnten uns auf die Schnelle nicht helfen, empfahlen jedoch eine andere Reparaturfirma. Tatsächlich konnten wir das reparierte Gerät nach einigen Stunden wieder funktionstüchtig abholen. Was für eine Erleichterung für Emilia.

Den Nachmittag verbrachten wir im Infinity-Pool auf der Dachterrasse des Hotels. Am Abend richteten wir uns dann schön her und feierten Tanjas Geburtstag im Nesat Seafood House. Das Essen war zwar gut, jedoch wollte der Service zu Tanjas Geburtstag nichts springen lassen.

Happy Birthday Tanja!
Happy Birthday Tanja!

Überrascht wurden wir kurz vor 23:00 Uhr, als nach unserer Rückkehr zwei Hotelangestellte an unserer Zimmertür klingelten und mit einem Geburtstagskuchen zum Happy Birthday anstimmten. Mit dem Kuchen ging’s dann hoch zur Dachterrasse, wo wir noch bis Mitternacht ganz allein im Pool baden und feiern konnten.

Weitere Fotos vom Freitag, 22. September 2023