Kambodscha & Vietnam
Süd-Vietnam
Mekong, Dragon Eyes, chinesische Tempel, Sampans, Cooking with the locals, Floating Market, Saigon
Samstag, 23. September 2023
Heute schliefen wir aus. Um 11:30 Uhr holte uns ein überdimensionierter Transportbus ab. Wir und zwei weitere Gäste wurden zum Hafen von Phnom Penh gefahren, wo wir wenig später zusammen mit einer italienischen Reisegruppe in ein Speed Boat stiegen.
Es folgte eine lange Fahrt auf dem Mekong in Richtung Vietnam. Das Ziel war die Ortschaft Tan Chau in Vietnam. Nach rund vier Stunden Fahrt erreichten wir die Grenze der beiden Länder und den Länderübergang Song Tien Land Port. Zuerst stoppten wir beim kambodschanischen Zollamt, bevor wir von den vietnamesischen Behörden den Stempel für die Einreise in unsere Pässe erhielten.
Nun dauerte die Fahrt bis Tan Chau noch rund eine halbe Stunde. Um 17:00 Uhr dockten wir mitten auf dem Mekong an die Dragon Eyes an und boardeten auf "unser Schiff", welches wir für die nächsten vier Tage ganz für uns alleine hatten.
Wir waren überwältigt von der Grösse und Schönheit dieses Schiffes, worauf wir die einzigen Passagiere sein durften. Könige und Königinnen wäre die treffendere Bezeichnung. Denn wir hatten mehr Personal als wir vier zusammen: Daikute, unser Guide für die nächsten Tage, zwei Captains, einen Koch und eine Servicedame.
Die Dragon Eyes der Mekong Cruise besteht aus zwei feudalen Schlafzimmern mit grossen Fensterfronten auf beiden Seiten. Die Kabinen verfügen über ein eigenes Bad mit Dusche. Oben auf dem Deck befinden sich vier bequeme Holzliegen, sowie ein grosser und ein kleiner Esstisch. Blickfänger ist sicherlich die kleine Bar, von wo aus man über das ganze Heck schauen konnte.
Natürlich gab es da noch das Cockpit, die Küche, den Maschinenraum, Räume für die Bediensteten etc. Wir hatten also ein richtiges Luxusboot für uns allein. Anfangs fühlten wir uns schon ein wenig protzig, genossen aber dieses Leben für die nächsten Tage in vollen Zügen.
Am Abend wurden wir das erste Mal von der hervorragenden Küche verwöhnt. Das gute, sehr abwechslungsreiche Essen sollte uns die nächsten Tage ein täglicher Begleiter an Board sein. Um 18:00 Uhr wurde es bereits Nacht und wir befanden uns wenig später schon in unseren bequemen Betten. Schliesslich war das Frühstück für die nächsten Tage auf 07:00 Uhr angesetzt – da durfte der Schlaf nicht zu kurz kommen.
Weitere Fotos vom Samstag, 23. September 2023
Sonntag, 24. September 2023
Nach einer unruhigen Nacht wurden wir um 06:00 Uhr von aktuellen "News", welche auf dem Land durch Lautsprecher in die Umgebung posaunt wurden, geweckt. Auf Nachfrage bei Daikute ist es hier üblich, die Nachrichten auf diese Art an die Bevölkerung zu bringen. Vermutlich stammt dies noch von früher, als es noch kein Radio, Fernsehen oder Mobiltelefone gab.
Schlaftrunken gingen wir hoch aufs Deck, wo wie angekündigt um 07:00 Uhr ein herrliches Frühstücksbuffet für uns aufgebaut wurde. So viele gute und interessante Dinge konnten wir gar nicht probieren. Sogar eine Kochplatte für die Zubereitung von Eierspeisen stand bereit. Der Koch wartend daneben.
Mit vollen Bäuchen ging es anschliessend auf zu unserer ersten Exkursion. Wir hatten in der letzten Nacht auf der Insel Côn Tân Thuân Dong angelegt und diese würden wir heute als erstes mit den Fahrrädern erkunden.
Es war erfrischend im Fahrtwind zwischen den Häusern, Plantagen und Gärten der Siedlungen entlangzufahren. Daikute zeigte und erklärte uns die zahlreichen Bäume und ihre Früchte. Jackfruit, Mango, Orangen, Litschi, Drachenfrucht und noch ganz viele andere, deren Namen ich mir nicht merken konnte.
Nachdem wir wieder an Board der Dragon Eyes waren, ging es weiter den Mekong hinunter. Währenddessen wurden wir wieder kulinarisch verwöhnt. Bei der Ortschaft Sa Dec dockten wir schliesslich an und machten Siesta.
Am späteren Nachmittag gingen es an Land, um dem 200’000 seelengrossen Ort einen Besuch abzustatten. Als erstes besuchten wir einen chinesischen Tempel und Daikute erläuterte uns einige Bräuche der chinesischen Religion. Er zeigte uns auch, wie man "Betet" bzw. Wünsche spricht. Bspw. für Verwandte, Geldnot, Krankheit oder für Glück im Leben. Das Gelernte durften Luca und Emilia dann gleich kundtun und vor den Altar treten.
Weiter ging es an den grossen Markt, wo alles erhältlich war, was man begehrte. Uns faszinierte vor allem der Bereich, wo frische Fische und Fleisch verkauft wurden. Es war für uns ungewöhnlich anzusehen, wie die lebendigen Fische, Frösche, Schildkröten, Krabben und viele andere Wasserbewohner dem Käufer angeboten wurden. Auch die Landtiere hatten kein besseres Schicksal. Hühner waren zusammengebunden und die Hähne wurden in engen Käfigen gehalten. Da hatten es die frisch geborenen Küken und Gänslein schon besser. Sie hatten Auslauf, viel Futter und waren die Publikumslieblinge von Emilia und Luca.
Auf dem Markt hatten wir auch die Gelegenheit eine Durian-Frucht zu probieren. Diese stinkend riechende, jedoch gut schmeckende asiatische Frucht ist seltener anzutreffen. Tatsächlich bedingt es einer gewissen Überwindung in die gelbe Masse hineinzubeissen. Zu meiner Lieblingsfrucht wird die Durian nie zählen.
Nach einem erfrischenden Kokosnuss- und Zuckerrohrbambusgetränk schlenderten wir noch über den Blumen- und Kleidermarkt, ehe wir wieder an Board der Dragon Eyes zurückkehrten.
In der Zwischenzeit war es dunkel geworden. Die Dragon Eyes machte sich auf zu ihrem Nachtplatz und wir verspeisten erneut ein herrliches Abendessen auf dem Deck.
Weitere Fotos vom Sonntag, 24. September 2023
Montag, 25. September 2023
Um 07:00 Uhr sassen wir schon wieder auf dem Deck und erfreuten uns am hervorragenden Frühstück. Gleich danach starteten wir zur Erkundungstour auf der Insel Tan Phobg nahe Cai Be, an deren Ufer wir übernachtet hatten.
Auch heute fuhren wir ein Stück mit den Fahrrädern durch kleine Siedlungen, ehe wir bei einem grossen Haus stoppten. Hier wurde uns im privaten Rahmen eine Aufführung mit Volksmusik, Gesang und Theater vorgetragen. Dabei ging es um Liebesgeschichten, Trunkenbolde und das allgemeine Leben.
Weiter ging es auf kleineren Booten, sogenannten Sampan (Kanus), durch die schmalen Seitenarme des Mekongs. Wir waren verteilt auf zwei Booten und konnten hautnah an den für uns versteckt scheinenden Häusern vorbeischwimmen.
Der Ausflug war Programm. Just als wir zurück auf dem Hauptfluss waren, wechselten wir auf ein grösseres Schnellboot und fuhren zur Ortschaft Câu Cái Bè. Dort besuchten wir eine traditionelle Lebensmittelfabrik und konnten live miterleben, wie Reispapier, „Popcorn“-Reis und verschiedene landestypische Süssigkeiten hergestellt wurden. Bei einigen Prozessen konnten wir selber mitarbeiten, was den Kindern natürlich gefiel und ihr Interesse weckte. Dank der Übersetzung von Daikute konnten wir auch die Hintergründe verstehen und den Arbeitsschritten folgen.
Als wir für das Mittagessen zur Dragon Eyes zurückkehrten, hatte niemand wirklich Hunger. Doch die zubereiteten Gänge des Essens waren so facettenreich und lecker, dass wir trotzdem die Teller leerten. Einer der vier Gänge war ein „Pot au Feu“. Ein so zartes Fleisch an einer exquisiten Sauce hatte ich noch nie. Unser Koch war also nicht nur in der Zubereitung von asiatischen Gerichten ein Held.
Es war Zeit uns auszuruhen. Die Dragon Eyes tuckerte in den Sông (Fluss) Mang Thit und es ging entlang wunderschöner Uferkulissen den Fluss runter. Dazu gehörte zu dieser Jahreszeit auch der Regen. Zum Glück hielten die Monsunniederschläge nie lange an und wir hatten bei unseren Ausflügen immer Wetterglück.

Um 16:00 Uhr legte das Schiff an und wir unternahmen nochmals einen kurzen Ausflug. «Cooking with the locals» hatten wir gewünscht. Spezifischer noch: wir wollten lernen, wie wir selber vietnamesische Frühlingsrollen zubereiten können. Als wir bei der Lady mit grossem Haus ankamen, gab es wie überall, erst mal einen Tee, um anzukommen. Weiter hinten standen auf einem Tisch schon alle Zutaten bereit: Reispapier, Fishminze-Blätter, Glasnudeln und lokales rohes Gemüse.
Nach einer ausführlichen Einführung durfte jeder von uns seine Rollen nach Belieben zusammenstellen. Der Vorgang war einfach und das Resultat köstlich! Nachdem wir am Vormittag gelernt hatten, wie man Reispapier herstellt, wussten wir nun auch, wie damit die vietnamesischen Frühlingsrollen zubereitet werden.
Natürlich wurden diese danach gleich gekostet. Es gab Fischsosse, bestehend aus Chili, Knoblauch, Limette und Zucker sowie eine Sojasosse mit gehackten Erdnüssen. Unsere Bäuche waren danach schon wieder randvoll.
Zurück auf dem Schiff, gönnten Tanja und ich uns erst mal einen Drink. Denn wir feierten heute den 14. Hochzeitstag und stiessen darauf exquisit auf dem Deck der Dragon Eyes mit einem frisch zubereiteten Daiquiri an.
Es war schon unser letztes Abendessen an Board. Zu unserem Jubiläum wurde uns von Mekong Cruise eine Flasche Wein offeriert. "Lovely", wie Daikute es nennen würde.
Weitere Fotos vom Montag, 25. September 2023
Dienstag, 26. September 2023
Das letzte luxuriöse Frühstück auf der Dragon Eyes genossen wir nochmals in vollen Zügen. Nach einem Gruppenfoto mit der Crew verabschiedeten wir uns und fuhren im Schnellboot in Begleitung von Daikute nach Can Tho zum Cai Rang Floating Market.
Cai Rang ist ein lebhafter, farbenfroher Markt mit hunderten von Händlern, die von Booten aus Obst, Gemüse und warme Speisen verkaufen. Die Verkäufer binden ihre Waren an eine hohe Stange, damit Käufer aus der Ferne sehen können, was sie verkaufen.
Leider war das Wetter nicht so gut und es regnete immer wieder. Dennoch legten wir an ein Verkaufsboot an und bestellten eine Ananas, die frisch zum Verzehr für uns zubereitet wurde.
Interessant für die Kinder war die Demonstration und die Mithilfe bei der Herstellung von Reissblättern. In einer Fabrik mit Verkaufsladen konnten diese unter Anleitung auf einer grossen Wärmeplane über dem Feuer zubereitet werden. Anschliessend duften die selbstgemachten Reisblätter gefüllt und zu einer Frühlingsrolle verarbeitet werden. Leider hatte niemand von uns Hunger, aber beim nächsten Taxifahrer fanden wir einen erfreuten Abnehmer.
Nun galt es sich auch von unserem lieb gewonnenen Daikute zu verabschieden. Ein Privattransfer in einem schicken SUV brachte uns zur Grossmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt. Sie ist die grösste Stadt und das Wirtschaftszentrum von Vietnam. Früher war die Stadt unter dem Namen Saigon bekannt und noch heute wird der Name sehr oft verwendet und ist nicht in Vergessenheit geraten.
Nach fünf Autostunden erreichten wir schliesslich das Zentrum der neuen Millionenstadt. Als Hotel hatten wir das Au Lac Charner für eine Nacht herausgesucht. Wir verzichteten bei unserer Planung bewusst auf einen längeren Aufenthalt in Saigon. Denn auf die Menschenmengen und die für die Kinder doch eher "langweiligen" Touristenattraktionen wie Kathedralen, Pagoden und Museen hatten wir keine Lust.
Einzig die Besichtigung der Tunnelsysteme der vietnamesischen Widerstandskämpfer während des Vietnamkrieges wäre noch was gewesen. Doch die Erfahrungsberichte und Blogs anderer Reisenden hielten uns davon ab. An inszenierten Disneyland-Attraktionen hatten wir kein Interesse. Zudem würden wir später auf unserer Reise noch mit einem privaten Führer die Tunnelsysteme erforschen.
















































































































