Sonntag, 09. April 2023

Marokko - Kameltrekking

Wir wussten nicht, wann wir am Morgen auf den Rest der Gruppe treffen würden. So planten wir mal grob, um 08:00 Uhr Frühstücken zu gehen. Damit lagen wir richtig. Kurz vor acht, klingelte das Zimmertelefon und Samir, der sich wenige Minuten später als unser Tourenguide vorstellte, war am Apparat.

Wir waren die Letzten, die sich zur Reisegruppe an den Frühstückstisch setzten. Es waren 5 Familien bzw. Gruppen und Einzelpersonen: Bettina und Jörg mit Max; Annette mit Emilia; Stephanie mit Amelie, Volker und Lilly, die alleine reisten und natürlich wir vier. Zusammen also 13 Personen. Dazu würden noch sechs Dromedar-Treiber, ein Koch sowie Samir, unser Führer, kommen. Damit bestand unsere Karawane aus 21 Personen.

Nach dem Frühstück informierte Samir über die bevorstehende Tour und erläuterte den groben Tagesablauf. Dann verstauten wir das Gepäck in einem Minibuss und das Abenteuer begann.

Von der Ortschaft Tamraght tuckerten wir erst einmal entlang der Atlantikküste nordwärts. An den Steilfelsen bei Cap Rhir und am Aussichtspunkt auf die Pointe Imessouane legten wir einen Stopp ein. Die Wellen des Atlantiks waren wild und hoch, und erinnerten an die Surferstrände im Westen Portugals. Tatsächlich ist auch die Westküste Marokkos für das Wellensurfen bekannt und es dauerte nicht lange, bis wir auf eine Anhäufung von Vans der Surfer am Strand trafen. 

Einen weiteren Stopp legten wir in einem kleinen Dorf ein, wo Wasserkanister für die nächsten Tage gekauft wurden. Am Strassenrand wurden neben Fisch und Fleisch auch frische Früchte wie Mangos, Bananen, Erdbeeren, Orangen etc. verkauft. Für Emilia und Luca war der Anblick eindrücklich… Hygiene hatten sie anders gelernt und das Schlachten und Filetieren von Fleisch und Fisch findet bei uns hinter den Vorhängen statt.

Während der zweistündigen Fahrt erzählte uns Samir einiges über Religion, Kultur und Politik in Marokko. Auch erste Wörter mussten wir lernen. Denn nur mit bestandener Abschlussprüfung - so witzelte er - würden wir am Ende der Tour unsere Pässe wieder zurückerhalten. Das erste Wort, was wohl alle Schüler lernen, war Salam Aleikum. Friede sei mit Dir, so die deutsche Übersetzung. Und der andere antwortet dann Wa aleikum assalam, der Friede sei auch mit Dir.

Am Startort der Tour wartete bereits der Koch mit einem Mittagessen auf uns. Das Gepäck wurde ausgeladen und wir bereiteten unsere Wanderrucksäcke vor. Von Weitem sahen wir die Treiber mit unseren Reitkamelen heranwandern.

Als diese bei uns ankamen, fand eine kleine Einführung ins Kamelreiten statt. Insbesondere zum Auf- und Absitzen sowie zum Aufstehen und Hinlegen der Kamele. Nachdem alle ihr Reitkamel ausgewählt und bestiegen hatten, zog unsere Karawane los. Es ging immer oberhalb der Steilküste entlang in Richtung Norden. Es gab viele Pfade, aber alle hatten dieselbe Aufgabe: den Süden mit dem Norden zu verbinden.

Immer wieder galt es tiefe, ausgetrocknete Wasserläufe zu umgehen, welche das Regenwasser vergangener Gewitter in den Boden rissen. Nach etwa zwei Stunden wandernd und reitend, erreichten wir den Ort Tabayat an der Küste. Hier bauten wir unser erstes Zeltlager auf, bevor wir am späteren Nachmittag den wunderschönen Strand zum Baden und Spazieren besuchten.

Kurz nach 19 Uhr, als die Sonne am Horizont unterging, durfte die Crew wieder Essen und Trinken. Es war klar, dass sich die Mannschaft vor uns verköstigen durfte. Unser Abendessen war auf viertel vor acht Uhr angesetzt. Wir trafen uns im grossen Gemeinschaftszelt, welches im Kreis mit Matten ausgelegt war.

Zwei Kerzen in grossen Pet-Containern erhellten den Raum. Draussen windete es stark und der Sand wirbelte durch die Luft. Zum Abendessen gab es Suppe, Tajine und Fruchtsalat. Danach Eisenkrauttee, um den Körper vor dem ins Bettgehen etwas runterzuholen.

Ich schlief mit Luca im Zelt und Tanja mit Emilia. Als ich unser Zelt öffnete, war alles darin mit feinem Sand überdeckt. Schlafsäcke, Taschen und das Pyjama. Ich hatte das Innenzelt nur mit dem Moskitonetz geschlossen, dadurch gelangte der feine Staub ins Innere. Zudem habe ich das Zelt mit Ausgang in Windrichtung aufgestellt. Gleich zwei Anfängerfehler, welche ich beim nächsten Mal nicht wieder machen werde!

Montag, 10. April 2023

Die Nacht war stürmisch und als der Wind nachliess, brüllten die Esel rum. Um 06:30 Uhr war dann Tagwache angesagt. Wir hatten Zeit bis 08:00 Uhr unsere Taschen herzurichten und die Zelte abzubauen. Dann gab es Frühstück.

Um 09:00 Uhr zog unsere Karawane weiter. Gleich zu Beginn ging es auf einer staubigen Piste bergauf zu einer Hochebene. Dabei hatten wir immer wieder grandiose Ausblicke auf das Meer, die weitläufige Steilküste und auf die alte Festung, wo wir gestern unser Lager aufgeschlagen hatten.

Wir legten einige Höhenmeter zurück. Dabei kamen die Wanderer ganz schön ins Schwitzen. Oben angekommen, gab es erst einmal eine Trinkpause und Reiterwechsel. Denn zu lange konnte man auf den Trampeltieren mit gespreizten Beinen nicht sitzen.

Auf der Ebene passierten wir Siedlungen und kleine Dörfer. Bei einer Familie kehrten wir zum Tee ein. Wobei neben dem Tee auch Nüsse, Datteln, Feigen und frisches Fladenbrot serviert wurde, welches in Olivenöl oder Erdnusssosse getunkt wurde. Es war eine Wohltat, sich im kühlen, dunkeln Raum auszuruhen. Draussen hatte die Temperatur zwischenzeitlich die 30 Grad Celsiusmarke geknackt. Nach der Stärkung ginge es weiter zu unserem Zielort Tafedna. Insgesamt waren wir fünf Stunden unterwegs.

Heute übernachteten wir im Gite Dar Aziz. Also keine Zelte aufstellen, gleich Mittagessen und schnell an den Strand, denn der Plage Tafedna war riesig langgezogen und lud mit seinem feinen Sand, den kleinen Dünen und dem riesigen Strand zum Baden ein. Nach dem Eintauchen ins kühle Wellenbad tat ein Spaziergang zum Aufwärmen ganz gut.

Den späteren Nachmittag und Abend verbrachten wir beim Dar Aziz, wo wir später dann auch in Zimmern bzw. kleinen Schlaflagern übernachteten. Im Gite gab es auch einen Kiosk, wo wir zur Abwechslung von Wasser und Tee eine Cola kaufen konnten. 

Vor dem Abendessen versammelten sich erstmal alle Kinder des kleinen Ortes sowie die Kinder unserer Gruppe auf dem «Dorfplatz» vor unserer Unterkunft. Fussball verbindet - ob gross oder klein, Mädchen oder Jungen, alle waren mit Freude dabei und jagten der Plastikflasche, die als Fussball diente, hinterher.

Das Abendessen nahmen wir dann gemeinsam an der grossen Tafel im Garten der Herberge ein. Es gab Cous-Cous mit unterschiedlichstem Gemüse, einen Kichererbseneintopf mit Rosinen, Hühnchen und Brot.

Dienstag, 11. April 2023

Wir verbrachten eine angenehme und ruhige Nacht. Draussen fegte ein erfrischender Wind, der durch das Fenster in unser Zimmer blies.

Bereits am Abend zuvor vereinbarten wir, dass wir heute früher losmarschieren würden. Um 07:00 Uhr trafen wir uns draussen zum Frühstück. Heute wurde Porridge, Brot, Marmelade, Honig und frische Kiwi aufgetischt. Auch die Getränkeauswahl zum Frühstück konnte sich sehen lassen: warme Milch, heisser Tee, Orangensaft und Kaffee waren auf dem gedeckten Tisch, beziehungsweise auf dem Teppich, bereitgestellt.

Bis alles auf den Dromedaren verladen war, dauerte es noch eine Weile. Kurz vor 8:00 Uhr startete unsere Karawane schliesslich. Wiederum verliessen wir wie gestern das Meer und zogen auf die Hügel ins Landesinnere. Die steinige Piste schlängelte sich langsam hoch bis auf die Ebene. Es war bereits jetzt schon sehr heiss. Nur ab und zu blies ein erfrischender Wind.

Die heutige Etappe würde etwa 7 Stunden dauern. Alle Wasserflaschen waren gefüllt. Ein wenig Respekt hatte ich schon vor der Hitze. Wir würden jedoch, nach etwa 5 Stunden, eine längere Mittagsrast einlegen. So hatte es uns Samir versprochen.

An einer kleinen Siedlung vorbei, erreichten wir bald die geteerte Hauptstrasse, welcher wir einige hundert Meter folgten. Sie verlief jeweils hoch und runter und man wusste gar nicht, was einen hinter dem nächsten Buckel erwartete.

Schliesslich verliessen wir die Verbindungsstrasse, bogen links ab und folgten einem schönen Trampelpfad, der durch den Argonwald führte. Diese stacheligen Bäume haben wunderschöne Formen. Ab und zu hielten wir in deren Schatten an, um ein bisschen zu verschnaufen oder wenn jemand vom Kamel runter- oder aufsteigen wollte. Allzu lange hält man es nämlich auf dem Rücken der Dromedare wirklich nicht aus.

Die Sonne schien unersättlich. Ich war froh, dass ich auf der letzten Strecke auf dem Kamel sass. Von hier oben hatte ich eine viel bessere Aussicht auf die Umgebung. Fast so, als ob man in einem grossen Pick-up sitzt. Am angenehmsten fand ich es, bergauf zu reiten. Bergab war sehr anstrengend, da man sich jeweils am Holzsattel festhalten musste, um nicht vorne runterzufallen.

Bald erspähten wir unseren Rastplatz. Der Koch war bereits da und rüstete fleissig das Mittagessen. Es gab Salat, bestehend aus Peperoni, Mais, rote Beete, Tomaten, Zwiebeln und verschiedenfarbigen Oliven. Dazu Thunfisch und einen grossen Linseneintopf. Ein Festmenü.

Ein riesiger Argonbaum spendete Schatten für die ganze Karawane. Die Dromedare wurden an anderen Bäumen angemacht und konnten sich ebenfalls ausruhen. Nach dem Mittagessen gab es erst einmal eine Stunde Siesta. Wir legten uns auf den grossen Teppich und ruhten uns aus. Nur die Kinder spielten herum.

Ganz in der Nähe unseres Rastplatzes befand sich eine Primarschule. Als der Unterricht aus war, spazierten die Kinder neugierig an uns vorbei. Vorsichtig näherten sie sich den Fremden. Keiner hatte den Mut uns anzusprechen. Sie standen nur da und starrten uns an. Doch als Luca und die anderen Kinder unserer Gruppe damit anfingen Fussball mit einer Plastikflasche zu spielen, machten sie mit und der Damm war gebrochen. Am Ende standen circa 15 Mädels und Jungs auf dem Platz zum Fussballspielen.

Um 14:00 Uhr schritt unsere Karawane weiter. Noch eineinhalb Stunden sollte es bis zu unserer Unterkunft dauern. Wir erreichten das Ende der Hochebene und stiegen langsam mit Blick auf das Meer bergab. Die Landschaft hier war wunderschön. Ein ausgetrocknetes Waddi, farbige Felsbänder, einzelne Palmen, Sanddünen und knorzige Argonbäume: ein phantastischer Landstrich. Auch konnte man schon von Weitem die kleine Siedlung Sidi Ahmed Essayeh sehen. Doch bis dahin würde es noch ein wenig dauern.

Wir übernachteten in einem Berberhaus. Drei Zimmer standen uns zur Verfügung, wo wir unsere Schlafmatten ausbreiten konnten. Unsere und weitere Räume waren im Quadrat errichtet worden. Im Zentrum war ein Innenhof, in dem wir assen und tranken. Max und Luca hatten sich dort auch ein Zelt aufgebaut; die beiden wollten zusammen draussen schlafen.

Nach dem obligaten Nachmittagstee mit Keksen ging es zum traumhaften Strand von Sidi Ahmed Essayeh. Obwohl ich das Wort traumhaft schon einige Male benutzt habe, fällt mir zu diesem Strand kein treffenderes Wort ein. Der weitläufige, einsame Sandstrand mit den hohen Dünen war definitiv eines der heutigen Highlights!

Neben dem erfrischenden Bad, bescherte uns der Ort auch einen sensationellen Sonnenuntergang. Noch lange sass ich an diesem Abend draussen vor dem Haus und genoss den lauen Wind, das Zirpen der Zikaden, den klaren Sternenhimmel und das Rauschen des Meeres.

Mittwoch, 12. April 2023

Heute war um 6:30 Uhr Tagwache. Nach dem Zusammenpacken all unserer Sachen setzten wir uns wieder in den Innenhof des Gebäudes, um gemeinsam zu Frühstücken. Erneut wurde uns ein umfangreiches Frühstück serviert. Dieses Mal gab es sogar frittiertes Brot. Nachdem wir einige Tassen Tee und Orangensaft getrunken hatten, machten wir uns bereit und die Kamele wurden beladen.

Wir verliessen das Haus auf dem Hügel der Siedlung von Sidi Ahmed Essayeh und wanderten die Schotterstrasse hinunter bis wir die Richtung ins Landesinnere einschlugen. Noch einmal hatten wir dabei den faszinierenden Blick auf den Strand, das Meer und die Sanddünen. Wir folgten der Schotterstrasse und passierten einige kleine Siedlungen mit einzelnen Häusern. Nachdem wir Sidi Amrou passierten, konnten wir wenig später wieder das Meer sehen.

Irgendwann trafen wir abermals auf die Steilküste und marschierten fortan oberhalb der Klippen. Von hier oben, weit weg von jeglicher Zivilisation, hatten wir einen herrlichen Ausblick auf den Atlantik. Immer wieder kamen wir an kleinen, von Felszungen abgetrennten Sandstränden vorbei, welche zum Baden und verweilen einluden. Doch das Kamel schritt langsam aber stetig im Trott der Karawane vorwärts.

Es gab heute nur kurze Pausen. Beispielsweise, wenn jemand vom Kamel rauf- oder runter wollte. Ich war so ein Kandidat; länger als eine Stunde hielt ich es dort oben nicht aus. Dann musste ich wieder selbst gehen, um die vom Reiten steif gewordenen Gelenke, zu bewegen. Doch an dieser Stelle sei auch erwähnt, dass das Reiten auf dem Kamel durchaus etwas Meditatives, beruhigendes und entspannendes mit sich bringt. Die Schritte des Kamels bringen den Körper in ein gleichmässiges Schaukeln und können den Reiter in eine Art Trance versetzen.

Bei Sidi M’barek endete die heutige Tour. Unser Koch hatte bei unserem Eintreffen bereits alles vorbereitet. Der Teppich war ausgerollt und der Tee stand nach wenigen Minuten für die durstige Karawane bereit. Auch die Kamele und die Esel fanden hier im Flussbett eine Wasserquelle. Sogar kleine Wasserfälle gab es hier zu entdecken. In den Teichen unterhalb des Rinnsals sahen wir tatsächlich auch Wasserschildkröten.

Nach dem Mittagessen liefen wir noch zehn Minuten hoch zur Asphaltstrasse, wo zwei Taxis bereits auf uns warteten. Diese brachten uns in zehn weiteren Minuten nach Iskoua in das Haus Dar Aalida. Dort würden wir heute Abend nächtigen.

Leider hatte die Agentur keine Bewilligung erhalten, das Zeltlager am Strand aufzubauen. Anscheinend wird dies immer schwieriger mit den Behörden. Doch uns war es heute egal. Denn unsere Unterkunft war luxuriös. Viele schöne, möblierte Zimmer mit richtigen Betten, ein WC und Dusche auf dem Zimmer und das Highlight: ein Pool im Garten!

Noch gestern teilten wir uns ein Plumpsklo und schliefen in Räumen ohne Fenster am Boden in unseren Schlafsäcken mit Spinnen und anderen Krabbeltieren, heute waren wir wieder Touristen, welche ein ganzes Gästehaus für uns allein hatten.

Den Tee um 16:00 Uhr gab es auf der Poolterrasse. Das Wetter war herrlich und die Kinder plantschten im Pool herum. Vor dem Abendessen erfreuten sich alle einer Dusche und schon bald roch es köstlich nach Essen, welches auch wiederum unser Koch zubereitete.

Donnerstag, 13. April 2023

Um 07:30 Uhr gab es auf der Terrasse im Schatten der Strohschirme Frühstück. Danach verluden wir unsere Sachen in einem kleinen Transportbus und fuhren dahin zurück, wo wir gestern die Tour beendet hatten.

Die Reitkamele standen schon am Strand hinter den grossen Dünen für uns bereit. Es war ein fast endloser, wunderschöner, sauberer und einsamer Strand. Keine anderen Menschen oder Tiere waren zu sehen. Wir hatten die ganze Schönheit der Landschaft für uns alleine.

Beeindruckend waren die doch stattlichen Sanddünen, welche den Kontrast zu dem dunklen Sand, den weissen Wellen und dem blauen Himmel bildeten. Wir zogen heute den ganzen Tag nordwärts. Der Endpunkt würde die Ortschaft Sidi Kaouki sein. Doch bis dahin kämpften wir uns gegen den starken, anhaltenden Wind, welcher uns energisch entgegen blies. Unsere Turbane waren hierfür der perfekte Schutz.

Es tat daher gut, wenn man sich ab und zu aufs Kamel setzen konnte, um sich auszuruhen und um sich dem meditativen Trab hinzugeben. Insgesamt liefen wir an drei grossen Stränden entlang, bis wir gegen Mittag an unserem Zielort Sidi Kaouki ankamen.

Auch heute hatten der Koch und seine Helfer bereits wieder unser Mittagessen im Schatten von Bäumen aufgestellt. Sobald wir uns hinsetzen wurde auch schon der heisse Tee serviert. Eine Kanne mit Pfefferminz, eine Kanne mit Grüntee und Pfefferminz. Zum Essen gab es dann ein letztes Mal den leckeren Salat. Dazu Reis und Thunfisch. Die scharfe Sosse durfte natürlich nicht fehlen und zum Nachtisch wurden Orangen serviert.

Wir verabschiedeten uns vom Koch und der Mannschaft. Jörg hielt eine kurze Ansprache, wir machten ein Gruppenfoto und überreichten den treuen Begleitern ein Trinkgeld. Dann stiegen wir in den Kleintransporter ein, der uns nach Essaouira brachte, wo der nächste Abschnitt unserer Marokkoreise startete.

Essaouira – Die windige Stadt am Atlantik; las ich unterwegs in einem Blog. Dies spürten wir auch gleich als wir eine halbe Stunde später vor den Stadtmauern ausstiegen. Es blies uns fast weg und es war gerade einmal 18 Grad - verglichen mit den gestrigen 32 Grad somit spürbar kälter.

Die Medina (Altstadt) von Essaouira kann nicht mit dem Auto befahren werden. Für den Gepäcktransport stehen an jeder Ecke Helfer mit Handkarren. Wir passierten die mit alten Kanonen ausgestattete Stadtmauer und schlenderten zum Riad Al Madina, wo die ganze Gruppe in verschiedenen Zimmern untergebracht wurde.

Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung. Auch wir stürzten uns ins Getümmel und mischten uns in die Menge, in das Geschehen, in das sprudelnde Leben dieser Stadt. Die Medina mit den geheimen und verwinkelten Gassen ist ihrem Charakter treu geblieben. Es ist gemütlich und überhaupt nicht hektisch oder laut. Zumindest, wenn man das Treiben mit Marrakesch vergleicht.

Biegt man von der Hauptstrasse ab in eine Nebengasse, findet man Ruhe und kaum noch Verkaufsstände. Mann wird auch selten aktiv von den Händlern angesprochen. Viele haben ihre Waren sogar mit einem Preis versehen. Diese Methode macht vieles einfacher, muss man so nicht direkt nach einem Preis fragen oder feilschen. Das heisst aber nicht, dass die Waren nicht verhandelbar sind. So sieht man aber auf den ersten Blick, was Sache ist.

Essaouira ist eine wirklich schöne Stadt mit unglaublich viel Charme und Flair. Im Vergleich zu Marrakesch ist es einfach nicht so hektisch und überfüllt. Der Mix aus Altstadt, Hafen und Strand sucht seinesgleichen.

Um 20:00 Uhr traf sich unsere Gruppe im Innenhof des Riad Al Madina. Wir schlenderten zum Restaurant des Rêves, wo gemeinsam zu Abend gegessen wurde. Auf dem halboffenen Balkon war es saukalt. Der Wind blies uns um die Ohren und wir hatten fünf Schichten Kleidung an. Morgen, spätestens in Marrakesch, würde es wieder heiss werden.

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